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Sonntag, 25. August 2013

letzer Stopp: Bangkok



Man hört und sieht ja überall, dass Bangkok eine aufregende Stadt ist. Im Internet war der Grenzübergang von Kambodscha auch als Erlebnis beschrieben und spätestens nach Hangover 2 hat man sich ja das eine oder andere Vorurteil gebildet. Und wie das immer so ist, steckt in allem ein Körnchen Wahrheit. 

Der Grenzübergang

Hier Begann das Abenteuer stilecht. Nach einigem Chaos schafften wir es die Grenze zu überqueren und wurden dann in einen kleinen eingezäunten Bereich gepfercht und bekamen eine Nummer zugeteilt. Dann hieß es plötzlich: Nummer 1-13 auf geht’s! Tja, blöd nur, dass ich die 10 war und Jojo und Elli Nummer 14 und 15. In der Hektik des Augenblicks registrierten wir die Konsequenzen nicht so schnell und sagten, wir würden uns ja schon am Busparkplatz in Bangkok treffen. 

Tja, und ab da trennten sich unsere Wege für die nächsten 8 Stunden. 

Nachdem Kamikaze-Busfahrer seinen Weg eine Stunde schneller nach Bangkok abgefahren war, als geplant, wurden wir 16Uhr an irgendeinem x-beliebigen Kreisverkehr in der Stadt rausgelassen. Außer ein paar Büschen mit Ratten und mehreren Obdachlosen gab es nichts und niemanden. Zum Glück hatte ich Helen im Bus kennengelernt. Ihr Rückflug nach London ging erst am nächsten Tag und sie wollte am Flughafen übernachten, sodass sie kurzerhand beschloss mit mir zusammen auf Jojo und Elli zu warten. Zunächst war das Warten ganz lustig. Schließlich sollten die andern ja eh erst 17 Uhr da sein. Als es dann langsam dunkel wurde, gab es schon einen Anflug von Panik. Schließlich, um 19:30Uhr, beschloss ich den Weg zum Hostel zu suchen und zu hoffen, dass die Zwillinge auf magische Weise dort angelangt wären. Einziger Haken an der Sache: ich wusste weder wie das Hostel heißt, noch wo es genau ist. Elli hatte alles aufgeschrieben. 

Dunkel konnte ich mich erinnern, dass es an einer Banhstation war, deren Namen ich auch kannte. Also ab ins Taxi und dorthin. Nach einigem erfolglosen umherwandern mit zig Tüten im strömenden Regen und vielen erfolglosen Gesprächen mit Touristen und Einheimischen suchte ich irgendwo Internet um nach Hostels in der Gegend zu googlen. Mit Erfolg! Nachdem ich dann schon wieder in die falsche Richtung lief, schaffte ich es tatsächlich total durchnässt und erschöpft ins richtige Hostel und was erwartete mich da? Erleichterung! Jojo und Elli saßen beide im Zimmer! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich wir alle waren. 

unser Hostel Siam Classic

Wieso ich nicht schon früher zum Hostel gefahren war? 1. Weil unsere einzige Absprache gelautet hatte: ich warte am Busparkplatz. 2. Weil ich das einzige Thailändische Geld hatte und immer noch die Hoffnung besaß die beiden würden gleich um die Ecke kommen. 3. Weil ich keinerlei Schimmer hatte, wie das Hostel hieß und wo es war. 

Jojo und Elli indes hatten an der Grenze noch eine geschlagene Stunde auf die Abfahrt ihres Busses warten müssen und wurden dann ganz woanders am anderen Ende der Stadt rausgelassen. Von dort fuhren sie zum Hostel, weil sie mich nirgends entdeckten (sie hatten ja zum Glück auch Adresse und Telefonnummer) und warteten dann am Bahnhof auf mich, bevor sie dann irgendwann, kurz vor meiner Ankunft, ratlos ins Hostel zurückkehrten. 

der Bahnhof

Auf jeden Fall war das für uns alles sehr, sehr aufregend. Vielleicht ein bisschen zu aufregend für die ersten Stunden in einem neuen Land, aber es gab ja ein Happy End. 

Ansonsten hat mich Bangkok eher positiv überzeugt. Zu keiner Zeit fühlte ich mich unsicher oder war es total chaotisch. Es ist auch eine erstaunlich saubere Stadt und die einzigen Betrüger sind die Taxi- und Tuk-Tuk-Fahrer. Zum Teil auch deswegen entschlossen wir uns viel zu Fuß zu erkunden, was wirklich interessant war. 

Mittagsschläfchen in allen Positionen

Wir besuchten die riiiesige Chinatown und probierten nun endlich auch mal die Stinkfrucht. Nun, es ist schwieirg sie zu beschreiben. Hauptsächlich ist sie cremig und schmeckt besonders im Abgang nach Vanille und Karamel. Wäre da nicht dieser total komische zwieblige Geschmack. Und die Textur. Nein, lecker war das irgendwie überhaupt nicht. Aber dafür werde ich die ganzen Obststände am Straßenrand vermissen. An jeder Ecke kann man frisch aufgeschnittene Mango, Ananas, Granatapfel, Stinkfrucht, Orangen, Passionsfrucht und noch viel, viel mehr kaufen. Und dementsprechend auch frisch gepresste Säfte. Ein Traum!

na mal sehen wie sie schmeckt?

also, na ja... eigentlich... neeee

Jojo ist auch nicht überzeugt

ein frischer Maracuja-Smoothie - total erfrischend!

Wir machten eine Bootstour durch einige der kleineren Kanäle (Khlong), wo man auch mal das Hinterland und das sogenannte alte Bangkok sehen konnte. 

Blick von unserem Boot

viele alte Häuser

aber auch einige neue

Ein Besuch im Königspalast durfte natürlich auch nicht fehlen. 

goldene Verzierungen ohne kitschig zu wirken

ein Teil des Palastes

Und wir waren auf Einladung Papas hin in der Skybar aus Hangover 2 einen Cocktail schlürfen. Die Aussicht war einfach einmalig!



Shoppen waren wir natürlich auch. Aber wir waren von keinem der vielen Shoppingmeilen, Center oder Märkte beeindruckt. Eigentlich waren wir sogar enttäuscht. Ein paar T-Shirts, aber mehr gab es hier für uns auch nicht zu holen (und ein Koffer für alle meine neuen Sachen natürlich). 


Außerdem waren wir einen Vormittag lang im Dusit Zoo. Ein wirklich toller, kleiner Zoo mit aufregenden Tieren, super Informationstafeln, schönen Gehegen und vielen Ideen. Für mich das Highlight war auf jeden Fall, dass man Nilpferde füttern konnte! Ein bisschen eklig war das schon mit dem ganzen Sabber und so, aber so nah hab ich das Maul eines Nilpferds vorher auch noch nicht gesehen! Ansonsten gab es eigentlich alle Standard-Tiere, nur die Elefanten und Kängurus hat man uns vorenthalten (wegen Bauarbeiten). 

da stehen sie schon und warten





eine tolle Robbenshow!

Am letzten Tag sind Jojo und Elli dann schon früh am Morgen zum Flughafen aufgebrochen während ich noch den ganzen Tag vor mir hatte. So bin ich dann Boot gefahren, habe noch einen Tempel besucht (Wat Aron), bin zum Wochenendmarkt gefahren (riiiesig und supervoll) und habe noch ein gigantisches Shoppingcenter (Terminal 21) unsicher gemacht. Hier gab‘s wieder alle Markenläden, aber auch zu europäischen Preisen. Nicht mal H&M war billiger… Außerdem genoss ich meine erste richtige Thai-Massage, die sehr entspannend war bevor es dann auf zum Flughafen ging. 

mit Bild der Königin

sehr steile Stufen hinauf

mein Wartegefährte am Hafen

sehr leckeres Kokoseis mit Erdnüssen

Bangkok's Innenstadt

Und plötzlich ist so ein großes Abenteuer dann leider auch schon zuende. Schade eigentlich. Aber mittlerweile hab ich mich auch schon richtig auf Zuhause gefreut. Also eigentlich ein guter Zeitpunkt um heimzukehren! 

Freitag, 16. August 2013

Kambodschas Norden

Irgendwie verbindet man mit Asien ja immer gebratene und frittierte Insekten, aber merkwürdigerweise sind wir mit denen fast gar nicht in Berührung gekommen. Nur auf einem Raststopp von Sihanoukville nach Siem Reap konnte man frittierte Taranteln, Heuschrecken, eingelegte Maden und andere Köstlichkeiten erwerben, wovon wir großzügig absahen. 

Siem Reap ist ein zentraler Touristenanlaufpunkt, weil man von hier riesige Tempelanlagen besuchen kann. So war es zwar leicht einen Platz zum Schlafen zu finden (in unserem Fall ein herrliches Gasthaus namens Arboretum unter Leitung einiger älterer Britischer Herren)  und es gab überall Souvenirstände. Allerdings gab es aber natürlich auch überall Touristen und Touristenpreise. Positiver Nebeneffekt war, dass die Stadt und auch die Tempelanlagen unglaublich sauber waren. Das ist für Kambodscha sehr ungewöhnlich, da besonders Plastikmüll die Landschaft überall verschandelt weil die Menschen einfach nicht wissen, was sie damit machen sollen. 

Nachtmarkt

mit vielen Taschen, Schuhen und tollen Souvenirs

frisch geschnittene Ananas- superlecker!

Die Tempelanlagen selbst waren einfach unbeschreiblich! Von den Khmer zwischen 600 und 1400 erbaut und bewohnt, stellten sie religiöses Zentrum und eine der größten Metropolen jener Zeit da. Der verwitterte Sandstein bietet einen formidablen Anblick und die Anlagen sind so weitläufig, dass man auf jeden Fall mehrere Tage dort verbringen kann. Das haben wir dann auch gemacht und sind drei Tage lang, zunächst mit dem Tuk-Tuk und zu Fuß, dann mit Fahrrädern, herumgefahren. Grandios!

Angkor Wat bei Sonnenaufgang

an der Eingangsmauer

Haupttürme von Angkor Wat

Eingangstor der Stadt Angkor Thom

wilde Affen

Bayon Tempel (einer meiner Lieblingstempel)

sportlich, sportliche durch die Tempelanlagen

Tempelgravuren

die Natur schlägt zurück




Siem Reap selbst ist von Märkten geprägt und wir fanden sogar eine Minigolfanlage mit durchaus komplizierten Bahnen (für ein hole-in-one hätte man ein Freigetränk bekommen) und kleinen Tempelminiaturen. 




Weiter ging es nach für uns dann nach Battambang, der mit 180.000 Einwohnern wohl zweitgrößten Stadt Kambodschas. Davon hat man allerdings wenig mitbekommen. Nachdem wir die Stadt einen Tag zu Fuß erkundeten und über die alten Gebäude der französischen Kolonialzeit staunten, ließen wir uns tags drauf von Mr. Tony, unserem persönlichen Tuk-Tuk-Fahrer, durch die Provinz kutschieren. Der Tag war echt toll, auch wenn vieles natürlich wieder sehr touristisch ist und man an allen Ecken und Enden abgezockt wird. Der Trip war es wert! Wir fuhren zunächst mit der lokalen Attraktion, der Bambus-Bahn, wobei „Bahn“ auch eher übertrieben ist. 

wir auf der Bamboo-train

die bei Gegenverkehr demontiert werden musste

Dann besuchten wir Tony’s Mama und er zeigte uns seine Obstplantagen und sein Haus und gab uns frisch-gepflückte Pomelo und Orangen zu essen. 

Tony mit Eidechsenbart

frische grüne Orangen

Reisfelder am Wegesrand

"unser" Tuk-Tuk
Später fuhren wir den Banan-Tempel erkunden (über 300 Stufen bei einer Affenhitze!!!) und sahen zu, wie Toni halb ausgebrütete Gänse-Embryonen verspeiste: eine lokale Köstlichkeit! 

die sogenannte Golden Gate Bridge

Banan-Tempel, oder das kleine Angkor Wat

Gänse-Embryo. Das Gehirn ist wohl am besten...

Schließlich ging es zu einer Killing Cave, die die Roten Khmer nutzten um sich von ihren Opfern zu entledigen. Diese stießen sie einfach in den Abgrund. Fürchterlich. Vom Tempel auf der Spitze des Berges hatte man allerdings eine wundervolle Aussicht über die Reisfelder und die Landschaft. Um hinauf zu kommen fuhr ich das erste Mal in meinem Leben auf einem Motorrad hinten mit, was durch die steile Steigung zwar etwas abenteuerlich war, aber total Spaß machte! 

hier wurden die Opfer heruntergestoßen um Geld für Munition zu sparen

Ausblick vom Berg


Riesenbuddha


Gekrönt wurde der Tagesausflug dann von einer Fledermaushöhle. Gegen 18Uhr entschlossen sich plötzliche alle rund 3mio Fledermäuse die Höhle in einem nie-endenden Strom zu verlassen. Schon ein irrer Anblick.


Außerdem nahmen wir an einem Kochkurs teil, weil das Essen in Kambodscha einfach mal total lecker ist! Es gab drei typische Gerichte: Fisch Amok (mein Lieblingsgericht), Beef Lok Lak und Frühlingsrollen. Zum 3-stündigen Kurs gehörte ein Besuch auf dem Markt, ein Kochbuch und naürlich genauste Anweisungen und eine tolle Mahlzeit! Und das alles nur für 10$! 

schwarze Eier, die 2 Wochen in Salzlauge lagen und dann mit verbranntem Reis haltbar gemacht wurden

Snake-Fish für den ersten Gang Fisch Amok

sämtliches Gemüse, Kräuter, Gemüse, ...

Vorbereitungen im Kochkurs in der Restaurantküche

fleißg am Mörsern

Zutaten der Frühlingsrolle
fertige Rollen

Beef Lok Lak

Fisch Amok

unser Abendbrot

Schließlich machten wir uns per Bus auf den Weg nach Bangkok, was in einem echten Abenteuer endete. Aber hierzu mehr im nächsten Eintrag!