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Samstag, 29. Juni 2013

Teil 2: Der Wilde Westen


Der Abschied aus Brisbane und von Philipp kam schneller als erwartet und am Flughafen angekommen stellte sich bei mir etwas Panik ein, als ich gefühlte 20 Kleinkinder und Babys um mich herum rennen, lachen, weinen und kreischen hörte. Schließlich sollte der Flug 6 Stunden dauern. Glücklicherweise saß ich offenbar strategisch günstig und nur neben den stillen Kindern. Sehr gut. 

Ich muss zugeben, ich mag Perth sehr. Schon allein der Fakt, dass quasi an jeder Kreuzung ein aussagekräftiger Hinweispfeiler mit Karte und Infos steht und dass es drei kostenlose Buslinien gibt die durch die Innenstadt verkehren, macht die Stadt sehr besucherfreundlich. Das habe ich natürlich auch gleich mal ausgenutzt und bin mit jeder Linien einmal im Kreis gefahren. Das war ein Spaß sage ich euch. Und es vertreibt Zeit, falls man zu viel hat. 

Besonders gut hat mir Kings Park gefallen. Die Aussicht auf die Stadt ist großartig und der großzügige botanische Garten hat meinen Horizont merkwürdiger Gewächse durchaus erweitert. Nach der Ankunft von Ane und Felix haben wir auch noch einen nahen Strand (Cottesloe) und die berühmte Hafenstadt Freemantle besucht und dabei doch gleich unseren ersten Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean betrachtet. Dies sollte nicht das letzte Mal gewesen sein! Als Yannick tags darauf auch eintraf war unsere kleine Reisegruppe komplett – es konnte losgehen! 

Perth Skyline

Cottesloe Strandhaus

unser Auto

Nach einigen Reisevorbereitungen und einer Kassiererin die sich durchaus über das gut gefüllte Kassierband wunderte, holten wir unser mehr als geräumiges Auto ab und machten uns auf den Weg nach Norden. Das Wetter war seit der Ankunft der anderen fantastisch und sollte dies auch bleiben. Um euch nicht mit allen Details und kleinen Örtchen und Attraktionen zu langweilen will ich hier nur ein paar Highlights der letzten Woche widergeben. 

Unser erstes großes Ziel war der Sonnenuntergang über den Pinnacles bei Cervantes. Dabei handelt es sich um viele kleine fingerähnlich aus dem Boden ragenden Felsen. Wie genau die entstanden sind konnten wir keiner Hinweistafel entlocken, aber dafür konnten wir sie fast ganz allein genießen. Außerdem begegneten wir unseren ersten wilden Kängurus hautnah! Auch wenn wir uns nur wenige Stunden von Perth entfernt hatten merkte man deutlich, dass wir hier nicht im touristischen Amerika sind, sondern ziemlich weit ab vom Schuss und eben in Australien. Touristen scheint es besonders um diese Jahreszeit wenige zu geben. Es ist ja auch schließlich Winter. 
ein Känguru!

die Pinnacles in Cervantes



unser Hausstrand in Cervantes

Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Kalbarri, einem Nationalpark. Der Weg dorthin war besonders aufregend, da Ane irgendwann auffiel, dass sie ihre Handtasche nicht mehr fand. 45min zuvor hatten wir in einem verschlafenen Örtchen Mittagsrast gemacht. Einen Anruf und 1,5h Autofahrt später war Ane allerdings wieder glücklich – die Mitarbeiter hatten ihre Tasche gefunden und aufbewahrt! Das gab Yannick, Felix und mir genügend Anlass den Spielplatz in Geraldton unsicher zu machen – zur Freude der anderen Kinder. Spannend waren auch die letzten Kilometer nach Kalbarri. Da die Sonne hier schon gegen 17:30Uhr untergeht mussten wir diese letzten Teil im Dunklen fahren. Dabei hatten wir unsere Rechnung nicht mit den Kängurus gemacht! Diese kamen unserem Auto teils gefährlich nahe, entschieden sich jedoch glücklicherweise immer dem Auto fern zu bleiben. Kängurus sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Man sieht sie des Öfteren (tot oder lebendig) am Straßenrand oder an Wanderwegen. 

und ein singendes und springendes Känguru

die Piratencrew auf dem Spielplatz in Geraldton

Spielplatzkönigin

sehr coole Strandtoiletten
Green Head Bay



Muschelstrand

Leider war der Nationalpark in Kalbarri wegen Straßenarbeiten für die Öffentlichkeit gesperrt, sodass wir nur mit einer kleinen Tour ein Ecke des Parks erkunden konnten: die Z-Kurve. Hier fließt der Fluss in seinem Canyon in der Form eines Z’s, nur leider führte er aufgrund mangelnder Regenfälle kaum Wasser. Ansonsten war der Park und auch generell die Gegend überraschend grün und bewachsen. Zwei weitere Schluchten konnten wir dann noch am nächsten Tag bewundern, doch auch hier halt: Wasser ist alle! 




In Kalbarri haben wir auch die lokalen Sehenswürdigkeiten betrachtet. Dazu gehörte das Red Bluff, welches eine interessante Geschichte birgt. Diese hier niederzuschreiben dauert zu lange, aber ich erzähle sie sehr gerne bei Gelgenheit! Außerdem war ein sogenannter "Mushroom Rock" - also ein Pilz-Felsen angekündigt. In wahrer Vorfreude auf einen nach Pilz aussehenden Stein wurde ich herb enttäuscht. Es handelte sich lediglich um einen Wanderweg. Dafür fand ich aber ein Steinkamel, was mich ungefähr genauso glücklich machte!


der Insel-Fels

eine natürliche Brücke

Pelikanfütterung

Sonnenuntergang am Red Bluff

Heute früh brachen wir aus Kalbarri auf um weiter nach Norden, um genau zu sein nach Denham, zu fahren. Die meiste Zeit verbrachten wir auf dem Highway 1, auf dem man Australien umrunden kann. Eine langweiligere Straße kann man sich kaum vorstellen. Im Abstand von einigen Stunden sieht man mal einen „Ort“ mit einer Tankstelle, einem kleinen Shop und ein paar Häusern. Sonst nichts. Zu unserer Freude ist die Erde hier wie erwartet rot und ab und zu kann man auch hier Emus, Kängurus und auch wilde Ziegen beobachten.
An sich ist es toll wie flexibel einen die Reise mit dem Auto macht. So können wir immer recht spontan entscheiden wohin es als nächstes geht und auf die Hinweise der lokalen Bewohner warten. Besonders in den Hostels sind die Leute sehr hilfreich. Die Landschaft ist sehr wechselhaft, doch zumeist in unseren Augen „untypisch“, da sehr grün aber dafür auch oft sehr einzigartig und beeindruckend und vor allem gespickt mit lauter tollen Tieren! Das Wetter war die letzte Woche einfach traumhaft ohne ein einziges Wölkchen am Himmel und die Gruppenstimmung ist sehr gut, sodass wir uns alle auf die nächsten Abenteuer freuen!

Sonnenuntergang in Denham

Samstag, 22. Juni 2013

kleine zwischenmeldung

Halli Hallo!

Bitte entschuldigt die Verzoegerung, aber ihr muesst euch noch ein wenig laenger gedulden. Die Internet-infrastruktur an der Westkueste ist doch recht spaerlich. Jetzt habe zwar mal zugriff, aber leider funktionieren die usb ports nicht, sodass ich weder meinen schon fertig verfassten text, noch meine bilder einfuegen kann. Und da hier jede Minute kostet warte ich lieber auf die naechste moeglichkeit euch dann die volle Wahrheit zu praesentieren.

Hier nur kurz:

Es geht mir sehr gut - wir touren ja momentan die Westkueste entlang und haben viel Spass zusammen - vor allem gerade in der Sonne :)

Wir befinden uns momentan in Coral Bay, in der Naehe von Exmouth - unseren noedlichsten Ziel. Das Wetter ist fabelhaft (keine Wolken und sehr, sehr warm durch die Sonne: offizielle Temperatur sind 21 grad), wir haben schon viele wilde kaengurus, emus und allerlei kuehe, schafe und ziegen gesehen und machen uns bald auf nach Osten ins Outback.

Also bis (hoffentlich) bald!

Donnerstag, 13. Juni 2013

Ostküste: Check!

Heute schreibe ich das erste Mal nicht aus Sydney, sondern aus Brisbane. Genauer gesagt, aus Philipps Unterkunft dort. Die mal ganz nebenbei bemerkt sehr gemütlich ist und von sher netten Menschen beherrbergt wird. In den letzten Tagen ist viel passiert, ich have insgesamt 3 verschiedene Städte besucht und möchte euch damit einen klitzekleinen Teil der Ostküste Australiens ein bisschen näher bringen. 

Hier nochmal der Reiseplan: Von Brisbane ging es runter nach Byron Bay um dann auf dem Rückweg noch einen kurzen Stopp in Surfers Paradise an der Gold Coast einzulegen.



BRISBANE


Bisbane hat mich zunächst einmal recht uncharmant mit Regenschauern empfangen. Das kann man der Stadt dennoch gar nicht übel nehmen, denn schließlich war tags drauf, am 10. Juni, hier ein Feiertag. Und zwar the Queens Birthday. Dass da das Wetter Britisch wird ist ja wohl logisch.
Freundlicherweise gewährte mir der Wettergott am Folgetag aber doch ein paar Sonnenstunden, sodass ich Brisbane ohne Schirm erkunden konnte. Zunächst ging es auf einen wunderbaren Markt um zu frühstücken. Bei Sonne und mit Livemusik hat der Langos gleich besser geschmeckt.

der Frühstücksmarkt

lecker lecker

Dann ging es auf in die Innenstadt, die wirklich einen interessanten Kontrast darstellt. Die eine Seite des Flusses, der die Stadt quasi in 2 Zentren teilt, ist mit Hochhäusern versehen und spiegelt das typisch touristische Stadtzentrum wider, wohingegen die andere Seite eher relaxed und alternativ scheint. Zufälligerweise fand auch zu der Zeit die Queensland Week statt (Brisbane liegt im Bundesstaat Queensland), sodass ich zugleich Zeuge mehrerer Aufführungen werden durfte.

Den Abend verbrachte ich dann mit Philipp und einigen seiner Freunde und Mitbewohner mit deutschem Essen. Wir entschieden uns Eierkuchen und Kartoffelpuffer zu machen. Dazu wurde frisch zubereitets Apfelmus (von Matt aus Australien) gereicht. Lecker lecker. Dann erkundeten wir das Brisbaner Nachtleben auf einer Rooftopbar (Bacchus) sowie einem super-luxuriösen Club (Cloudbar), der aussah wie das Filmset vom Great Gatsby (es hatte wohl auch eine Kostümparty stattgefunden, zumindest begegneten wir vielen 20er-Jahre-Menschen, nur leider gab es außerdem kaum andere Gäste). 

Anzac Square


Gegensatz: Alt-Neu

der macht ganz viele Luftpapons



Skyline

eine Tanzschow

ein großes Straßenfest mit Bühne und Schminken und Aboriginal Sängern usw

die "Strand"-Promenade


ja gut, was das ist könnt ihr selbst raten


BYRON BAY


Tags drauf ging es für mich los nach Byron Bay. Natürlich regnete es wieder. Wieso auch nicht. War auch gar nicht so schlecht, da sich daher viele Backpacker im Hostel tummelten und ich schnell sehr nette Leute kennenlernte. Wir beschlossen einen Filmabend zu veranstalten und sahen Hangover 3. Muss man nicht gesehen haben, war aber ganz nett.

Am Morgen machte ich mich schon um 5 auf den Weg den Leuchtturm zu erreichen. Denn dort befindet sich zugleich Australiens östlichster Punkt - und da MUSS man natürlich den Sonnenaufgang sehen. Glücklicherweise hatte sich der Himmel auch etwas aufgeklart, was nichts an der Tatsache änderte, dass es pechschwarz war, als ich mein Zimmer verließ. Der angeblich 45-minütige Marsch zum Leuchtturm stellte sich im dunklen doch schwieriger raus als erwartet. Vor allem, da ich nicht wirklich wusste wolang. Aber am Ende fand ich eine wunderbar gelegene Aussichtsplattform am Ende eines Strandes die mir einen wunderbaren Blick über die aufgehende Sonne bot. Zwar vielleicht nicht der östlichste-östlichte Punkt, aber meiner meinung nach ideal! Ein wahrlich majestätisches Spektakel! Alsdann erklomm ich den steilen Pfad zum Leuchtturm und genoss den wunderbaren Morgen, sah sogar einige Wale! und machte mich schließlich auf den Rückweg zum Hostel.



das sah wirklich so aus!






an dem Strand war ich später noch

Später lieh ich mir noch ein Fahrrad aus und erkundete so das Örtchen mit seinen vielen kleinen Läden und die nächstgelegenen Strände.

nicht Klothilde, aber trotzdem sehr brav



es ist ja schließlich Winter hier!

Ich genoss Spaziergänge an Stränden und kehrte Abends mit einer Gruppe neuer Freunde ins Cheeky Monkeys ein - einem typischen Backpacker Pub. Endlich hatte ich auch einen neuen Bikini erworben (für teures Geld, aber mein alter hatte schon vor gefühlten Urzeiten seinen Geist aufgegeben) und konnte diesen sogleich am nächsten Morgen testen. Es war nämlich ein wunderschöner Tag mit Sonnenschein und Hitze und allem! Am liebsten wäre ich baden gegangen, aber ich habe mich nicht getraut - man weiß ja nie, was in den Gewässern hier so rumschwimmt. Mein Fazit: Byron Bay (und auch das Hostel Backpackers Inn in dem ich residierte) sind einen Besuch wert. Hier würde ich gerne wieder zurückkommen!

Strandkunst

SURFERS PARADISE


Pünktlich zu meiner Abfahrt am selben Tag Richtung Surfers Paradise fing es natürlich wieder an zu schütten. Seht ihr das durchgehende Motiv? Surfers Paradise ist ehrlich gesagt nicht so mein Fall. Nachdem ich etwas komisch beäugt wurde, als ich das 30$-Party-die-ganze-Nacht-Angebot ablehnte, fühlte ich mich etwas fehl am Platz. Stattdessen ging ich zu Fuß die Stadt erkunden, wurde plitschnass und verbrachte einen entspannten Filmabend im Hostel, während draußen die Welt unterging.

welch Empfang

schön, schön

Auf wundersame Weise klarte das Wetter am Morgen allerdings wieder auf (wer hätte das gedacht?) und ich nutzte meine Chacnce um auf den Aussichtsturm Q1 zu steigen. Die Aussicht war atemberaubend! Das Timing war perfekt, denn nur eine Stunde später war der Himmel wieder bedeckt. Ich vertrieb mir die Zeit mit einem Spaziergang am Strand in die nächste Stadt (Broadbeach), vielen Runden durch Surfers Paradise selbst und einem herrlichen Besuch im Museum "Ripley's Believe it or not", wo sämtliche Kuriositäten ausgestellt sind, denen man glauben schenken kann, oder auch nicht. Am Ende war ich dann aber doch ganz froh, dass ich wieder in den Bus nach Brisbane steigen konnte. Surfers Paradise muss man wirklich nicht gesehen haben, dafür gibt es viel schönere Orte an der Goldcoast und vor allem das sogenannte "Hinterland" (ja, ein Englischer Begriff) soll unglaublich schön sein! 

doch am nächsten Morgen: meine Nachbarschaft

und der Q1, den ich "erklomm"
 
der Blick gen Norden
und nach Süden

Isle of Capri

Surfers Paradise vom Strand aus

mit Sonnenuntergang

und immerhin einer schönen Verabschiedung


Das war's dann auch schon wieder. Es war mal eine interessante Erfahren wie die typischen Backpacker von Hostel zu Hostel und Ort zu Ort zu reisen. Ich bin jedoch ganz froh, dass ich nicht mehr jeden Tag neue Leute kennenlernen muss und an jeder Ecke angesprochen werde, ob ich denn nicht dieses super-sonder-party-extra-Angebot annehmen möchte. Morgen, also Freitag geht es für mich nach Perth an die Westküste und ich kann es kaum erwarten!