Seiten

Freitag, 12. April 2013

Hoch in den warmen Norden



Wer bisher gedacht hat, dass ich in Sydney schon „Urlaub“ mache, der wird im heutigen Eintrag sicherlich noch ein bisschen neidischer werden. Denn ich habe insgesamt 9 Tage mit einer wundervollen Truppe in Cairns und Cape Tributalion an der Nord-Ost-Küste Australiens verbracht. Ich möchte euch im folgenden Eintrag ein paar Eindrücke meiner Erlebnisse schildern. 

Zunächst einmal vorweg: ich versuche zu vermeiden von JEDER einzelnen Riesenspinne zu berichten, denn sonst würde hier nicht viel anderes stehen, aber ab und zu werden sie sicherlich Erwähnung finden. Mit ihren spitzen langen Beinen. Und starrenden Augen. Und riesigen Netzen. In Dusche und Toilette. Mh…

Nun aber erstmal zum Reisepersonal. Es gab Baby-Girl Susi, die Jüngste (und Schönste natürlich, weil die Königstochter Jüngste IMMER die Schönste ist). Dann Organisationdirektor Alex aus der Schweiz, der sowohl Chauffeur als auch Papa war. Baby-Boy Felix war auch dabei. Er übernahm gegen Ende der Tour bereitwillig den Posten des Reiseleiters. Außerdem war Inga am Start, die noch kleiner ist als ich (stellt euch das mal vor!) und schließlich noch Mama Ane aus Dänemark, die gleichzeitig zum Killer-Wombat mutierte – dazu aber später mehr!

v.l. Felix, Ane, Inga, Susi, Alex
Los ging’s am Samstag von Sydney nach Cairns, wo wir die ersten 5 Tage übernachteten. Am letzten Tag mieteten wir ein Auto um dann anschließen weiter nach Norden, nach Cape Tribulation, zu fahren. Dort blieben wir für 3 weitere Tage bevor wir wieder zurück nach Cairns fuhren um dann am Sonntag nach Sydney zu fliegen. Also quasi einmal rauf und einmal runter. 

Um euch nicht mit ewigen Details zu langweilen, habe ich ein paar besonders spektakuläre Momente ausgewählt um sie euch zu präsentieren. Denkt also nicht, dass das alles war! 

Ein besonders schöner Aspekt in Cairns war die riesige Lagune in Stadtzentrum. Da Cairns aufgrund von sumpfigem Grund keinen richtigen Strand hat, gibt es direkt an der Wasserfront einen riesigen Swimmingpool, eine Lagune eben, mit Sand und salzigem Wasser und verschiedenen Wassertiefen – und das beste ist: alles kostenlos! Sowas wäre in Deutschland gar nicht denkbar. Dementsprechend voll ist es natürlich auch, aber dennoch angenehm.

Foto by Alex Geml

hier noch unser Hostel in Cairns, das Castaway (zu empfehlen) Foto by Alex Geml

die Kraft des Wassers ist nicht zu unterschätzen!

In Cairns haben wir zudem noch den Botanischen Garten besucht. Ein Highlight war dabei die Ostereier-Suche, denn Mama Ane hatte Schokoeier im Spinnendickicht bei etwa 30°C im Schatten versteckt. Ihr könnt euch sicherlich unsere freudestrahlenden Gesichter beim Finden der halb von Ameisen befallenden/ halb geschmolzenen Eier vorstellen. Aber ich übertreibe natürlich mal wieder maßlos. Zumindest in Bezug auf die geschmolzene Schokolade. Es waren nämlich Marshmallow-Eier. Hier sehr ihr ein paar Eindrücke aus dem Garten.

der berühmt-berüchtigte Zwirbelbaum

hier noch ein Exemplar



Foto by Alex Geml

ein Gewächshaus für fleischfressende Pflanzen
 In dieses Gewächshaus hier oben hab ich mich dann aber doch nicht reingetraut. Denn was ihr da überall seht sind alles Spinnenetze von nicht gerade kleinen Exemplaren. Nicht nur die ganze "Decke" war voll, sondern auch alle Pflanzen, die Wände und überhaupt alles. Das war mir etwas zu viel des Guten.


Osterei-Findung



Ein großes Highlight unserer Reise war natürlich ein Tagesausflug zum Great Barrier Reef. Der Preis war stolz, am Ende waren wir ein kleines bisschen enttäuscht, aber dennoch sehr begeistert. Aufgrund eines Spezialangebots konnten wir einen richtigen SCUBA-Tauchgang für nur 50$ mitmachen und ich sage euch: es lohnt sich! Zudem waren wir auch normal schnorcheln und haben das Riff durch ein Glas-Boden-Boot betrachtet, eine gute Abwechslung. Aber schon allein das Gefühl unter Wasser frei atmen zu können war … nun ja… atemberaubend! Wir haben natürlich Nemo gesehen, und auch Dori, sowie viele, viele Zebrafische und große und kleine Fische aller Art. Besonders interessant fand ich die von mir „Textmarker-Fisch“ getauften Kreaturen. In echt heißen sie wohl Parrot-Fisch, also Papagei-Fisch, aber in Wirklichkeit sehen sie aus, als hätte ein 3-jähriges Kind sämtliche Textmarker an diesem einen Fisch ausprobiert. Barry der Barracuda ist uns auch begegnet, ein Fisch mit vielen spitzen Zähnen. Und das Wetter war wirklich hervorragend – besser hätte es nicht sein können. Aber ich hätte mir doch mehr als eine Schildkröte gewünscht und ein paar mehr Korallen, aber die ganzen Werbungen vermitteln einem natürlich auch ein etwas verzerrtes Bild der Realität.

ja, das sind wir unter Wasser! links Inga, in der Mitte Felix und rechts meine Wenigkeit

viele bunte Fischis (Foto by Alex Geml)
eine Schildkröte (Foto by Alex Geml)

Unser erster Autoausflug brachte uns in die Tablelands, eine Landschaft westlich von Cairns mit vielen, vielen Wasserfällen und wenigen Tischen (haha. Für diesen Witz hätte ich beinah den „schlechtester Witz des Tages“-Preis bekommen. Aber ich wurde später dann doch noch von meiner Pole-Position verdrängt). Beim Millaa Millaa Wasserfall konnte man sogar schwimmen gehen (wenn man dem eiskalten Bergwasser standhielt) und hinter den Wasserfall schwimmen. Das war ein einmaliges Erlebnis. Doch auch die anderen Wasserfälle beeindruckten durch ihre steilen Wanderpfade oder ihre (für diese Region) enormen Ausmaße. Und Alex war ein exzellenter Links-Fahrer, nur ab und zu blinkten wir mit dem Scheibenwischer.
die Tablelands (Foto by Alex Geml)

Foto by Alex Geml

das war der Bade-Wasserfall

noch ein Wasserfall...

und noch ein Wasserfall..

und eine hübsche Gelb-Knie-Spinne

Dann begann unser Abenteuer in den Norden. Für die etwa 110km lange Strecke von Cairns nach Cape Trib brauchten wir sagenhafte 11h, aber natürlich mit vielen Zwischenstopps. Wie zum Beispiel an unserem ersten richtigen Strand in Palm Cove, etwa 30min nördlich von Cairns, den wir einen Tag lang besucht hatten um zu relaxen. Und dem 4-mile-beach im niedlichen Küstenstädtchen Port Douglas.

hier ein Bild von unsere Strecke (Foto by Alex Geml)
der Strand Palm Cove, etwa 30min außerhalb von Cairns

Geologin Inga erklärt die Steine
was für ein Strand... und das geht 4 Meilen so!

Und an der Mossman Gorge, einer Schlucht. Hier absolvierten wir einen ausgiebigen Regenwald-Erkundungs-Gang über 3km und badeten in doch sehr, sehr erfrischendem Wasser. Hier erwachte auch das Wombat zum Leben. Das Wombat, ein eigentlich eher friedliebendes Tier, attackierte unachtsame Bäuche mit seinen Krallen und einem gutturalen „WomBattt“-Schrei. Hauptsächlich wurde das Wombat von Ane impersoniert und leistete damit einen wohlverdienten Beitrag zur allgemeinen Heiterkeit. Doch in den nächsten Tagen mutierte das zunächst so liebenswürdige Wombat zum menschenfressenden Killer-Wombat vor dem man sich in Acht nehmen musste!

ein Bild vom Killer-Wombat!

lustige Bäume

mit spannenden Wurzeln
unser Reise-Motto

ein kurzer "Badeausflug"


und eine sehr hübsche Spinne

In Cape Tribulation angekommen absolvierten wir eine vorzügliche Weinverkostung. Jeder hatte zuvor eine eigene Flasche Wein ausgewählt und stellte diese nun vor und es wurde gemeinsam verkostet. Ihr könnt euch vorstellen, dass 5 Flaschen verschiedenster Weine einen lustigen Abend produzierten. Dementsprechend war der nächste Tag nicht sehr abenteuerreich und wir machten einen ausgedehnten Strandspaziergang. 

ein ganz edler Tropen



unser "Hausstrand" vor der Tür bei Ebbe

viele Mangroven

der Kampf des Cassowaries (links) gegen das Krokodil (rechts)

unser point lookout, hinten im Wald ist irgendwo unser Hostel

Ihr müsst wissen, dass Cape Trib eigentlich nur über eine einzige Straße und mehrere Brücken, bzw. eine Fähre zu erreichen ist und wirklich mitten im Nichts, oder besser gesagt im Regenwald, ist. Nördlich kann man die „Stadt“ nur über einen 4-Rad-Antrieb-Pfad verlassen und ein Auto mit Schnorchel zum durchqueren von Flüssen ist stark empfohlen. Insofern könnt ihr euch vielleicht auch vorstellen, das Cape Trib jetzt nicht DIE Riesenmetropole ist. 2006 konnte es immerhin mit einer Einwohnerzahl von 101 punkten, jedoch muss man diese 101 Einwohner auch wirklich suchen. So ganz mitten im Regenwald begegnet man natürlich noch mehr Reisenspinnen. Und Riesenkäfern. Vielen Moskitos. Riesenechsen (die eine war fast so groß wie ich!). Und allerlei anderem Krabbelgetier. Und hauptsächlich auch vielen Deutschen. Eine der Angestellten sagte etwas meiner Meinung nach sehr passendes. Sie sagte: Wenn alle Deutschen einmal gleichzeitig zuhause sein sollten müsste Deutschland regelrecht überlaufen! Dazu muss man natürlich auch erstmal nach Hause kommen, was von Cape Tribulation aus gar nicht mal so einfach ist. Besonders, da am Freitag zum zweiten Mal in Folge eine der Brücken beschädigt wurde. Daraufhin wurde diese einen Tag lang gesperrt und niemand kam rein oder raus.

auf einem der Regenwald-Pfade


ein weicher Baum

voller Spinnenweben

hier mal eine Spinne mit Größenvergleich. Und das Entchen ist deutlich weiter vorne!
Ein letztes Abenteuer erlebten wir auf unserer Rückfahrt nach Cairns. Wir machten eine Bootstour über den Daintree River, einem berühmt-berüchtigten Krokodilfluss. Und tatsächlich entdeckten wir ein Mutterkrokodil namens Elisabeth und 4 oder 5 Babykrokodile um die 1 oder 2 Jahre alt. In unserem Boot waren eigentlich nur wir und eine kleine Familie, sodass wir den unglaublich sympathischen und sehr gut informierten Tourguide quasi für uns alleine hatten.

Mama-Krok Elizabeth

zum Beweis: ich war dabei!

ein kleines Baby

und ein etwas größeres Baby

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Impressionen anhängen und einen Auszug aus unserem sehr innovativen Reisetagebuch, welches wir jeden Abend in einem Anflug jugendlicher Kreativität erstellten, preisgeben.
Und ich möchte Alex, Ane, Felix und Inga für die tolle Zeit danken, die wir in den 9 Tagen verbracht haben, für die vielen Erinnerungen und die großartigen Bilder! Ich freu mich schon auf's nächste Abenteuer!

Bis bald!


Sonnenaufgang am Hausstrand bei Flut

Foto by Alex Geml


ein Eintrag unseres Tagebuches

mein Kampf gegen den Wind

ein Nacht-Shot mit Sternen (Foto by Alex Geml)

unser Hostel in Cape Tribution im Regenwald, bei Regen (Foto by Alex Geml)

ein schönes Abschiedsbild unsere großartigen Truppe (Foto by Alex Geml)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen