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Freitag, 29. März 2013

Was für ein Wochenende!

Es ist die Woche vor den Osterferien (die laut Dozenten zum Arbeiten, Lesen, Schreiben und Wiederholen genutzt werden sollen) und ich freue mich schon riesig auf die Reise nach Cairns und Cape Tribulation.

Aber zunächst erstmal zu den aufregenden letzten beiden Wochen.

Erstmal ein paar beliebige Informationen, die mir gerade in den Sinn kommen.

- Flexagons:
nachdem ich folgendes Video in meinem Mathedidaktik-Kurs gesehen habe, mache ich nichts anderes mehr und bin total begeistert (ist allerdings in Englisch): http://www.youtube.com/watch?v=VIVIegSt81k

- Ibisse:
hatte ich schon diese nervigen Vögel erwähnt? Die laufen eigentlich überall auf dem Campus umher, sind mittlerweile auch alles andere als scheu, aber hauptsächlich machen sie einen unmöglichen Lärm. Besonders gerne zur Schlafenszeit, sowohl am Abend, als auch am Morgen.


- Fernsehen:
wir haben exakt 4 Sender in unserem Fernseher. Über die kreative Namensgebung der Australier habe ich ja schon das eine oder andere Mal berichtet, bei den Sendern wurde es nicht besser. Sie heißen Seven, Nine und Ten. Außerdem noch der ominöse, namenlose vierte Sender. Hier kommt eigentlich überhaupt alles und nichts, in Originalsprache, manchmal untertitelt. Neulich zum Besipiel Originalnachrichten aus Madrid. Oder eine französische Dokumentation. Oder Bayern gegen Arsenal im Fußball. Oder auch, wie vor ein paar Tagen zunächst das Nachrichten Journal der Deutschen Welle und eine uralt-Folge Komissar Rex, mit englischen Untertiteln. Einfach wunderbar.
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Nun aber zu den wirklich wichtigen Sachen. Zunächst passierte nicht viel außer ein bisschen Frisbee in meinem "Vorgarten", einem 2-for1-Steak dinner im Doncaster, viel Uni, und einem Spieleabend mit Trivial Pursuit bei mir.

der professionelle Vorhand-Wurf


die Steaks musste man selbst grillen - ziemlich praktisch

Doch dann kam der Hunter-Valley-Wine-Tasting-Trip.

Diesen hatte ich zu Beginn des Semester im Study-Abroad-Office für 99$ gebucht. Ich muss sagen, sein Geld war der Trip nicht ganz wert, aber Spaß hatten wir genug!
Im Reisebus ging es zunächst durch Sydney, was allein schon fast eineinhalb Stunden in Anspruch nahm, und dann zum Australian Reptile Park. 



Die ersten Reptilien die wir hier trafen waren die Kandidatinnen von "Australias Next Topmodel" (die uns die ganzen Kängurus weggejagt haben). Dann durften wir aber noch Koalas streicheln und Wallabys füttern, die zwar auch zur Familie der Kängurus gehören, aber deulich kleiner (und kuscheliger) sind.

die Topmodels (waren nicht so spannend)
das gefährlichste Tier im ganzen Park





und wir trafen eine Riesenschildkröte, die erstaunlich agil war

Dann ging es weiter, zu insgesamt 3 Weinverkostungen, die verschiedener nicht hätten sein können. Während die erste sehr offiziell und informativ war, handelte es sich bei der zweiten mehr um ein Saufgelage, wohingegen die dritte Dame dem nun schon mehr als beschwipsten Publikum weißmachen wollte, welcher Wein denn nun wirkliche gut ist.


Stößchen mit den Däninnen
unsere heitere Truppe im Vinyard
Als ob das (und der Wein, der zudem noch im Bus getrunken wurde) nicht schon genug gewesen wäre, hielten wir auch noch an einem Pub mitten in der Wildnis, wo es dann (mehr oder weniger) authentischen Jungle Juice gab. Nicht unbedingt zu empfehlen.

Lene, Tine, Julie und Ane (DÄN) und die beiden Herren

Dann traten wir den mehr als 2-stündigen Rückweg nach Sydney an. Während der Rest des Buses schon komatös in den Sitzen hing, fing bei uns die Party erst richtig an und wir stimmten alle möglichen Lieder, von Britney Spears bis über Weihnachtslieder bis hin zu Nationalhymnen an und unterhielten die mehr oder weniger aufnahmefähigen Passagiere. Endlich in Sydney angekommen verabschiedeten wir den Tag noch mit einem vorzüglichen malayischen Abendessen in Chinatown.
Ein schöner und aufregender Tag ging zuende.

das war mein Essen! Reis mit Meeresfrüchten in einer Ananas serviert (Foto by Alex Geml)


Doch das war erst der Anfang des Wochenendes! Den sommerlichen Samstag verbrachten wir in Manly-Beach im Norden Sydneys. Wirklich ein must-see! Strand so weit das Auge reicht, tolles Wasser, toller Sand - einfach idyllisch. Zudem eröffnete just an diesem Tag ein neuer Frozen-Joghurt-Laden, sodass wir auch noch kostenlos Eis bekamen. 




Yolli, Adam (USA), Maya, Felix und Inga, kurz vorm ersten Regen

Wir erkundeten die Gegend noch ein bisschen und fanden unseren Weg zum Shelly Beach - einem Strand der wirklich seinem (mal wieder sehr originellem Namen) entspricht und voller Muscheln ist. 





Halb 11 morgends hatten wir die Fähre genommen, abends halb 7 machten wir uns auf den Rückweg um den Sonnenuntergang hinter der Harbour Bridge zu betrachten. Wunderschön. Aber seht selbst - einmal auf der Hin- und einmal auf der Rückfahrt (beide unbearbeitet, wie man sieht):


Foto by Felix Carstens



Sonntag gings dann wieder nach Maroubra um zum ersten mal "richtig" zu surfen. Also diesmal ohne Segel. In unserer 10er-Gruppe hatten wir 2 Betreuer und am Ende der eineinhalb Stunden konnten wir tatsächlich alle (kurz) stehen - ein großer Erfolg. Und es macht unglaublich viel Spaß! Allerdings waren wir ja alle im Wasser, sodass es keine Beweis-Fotos gibt, was ein bisschen schade ist. Aber wir haben wenigstens ein Trocken-Alibi-Foto im Anschluss machen können.


Im Anschluss trafen wir uns mit anderen Exchange-Students zum BBQ am Coogee Strand. Die Gas-Grills kann man kostenlos, bzw. für einen geringen Obolus nutzen. Das Motto war: jeder versorgt sich selbst und bringt etwas für die Gemeinschaft mit. Das hat erstaunlicherweise auch super-gut geklappt und wir hatten einen schönen Abend am Strand mit viel Gesang, Gelächter und guter Laune.

unsere Parzelle, von den kleinen Häuschen gibt es insgesamt 3 (Foto by Alex Geml)

fehlte nur noch das Lagerfeuer - Gitarre und Sänger waren da (Foto by Alex Geml)

Seitdem ist nicht mehr viel passiert. Ein bisschen Trivia am Montag (diesmal waren wir viertletzter! Eine Steigerung!), viel Arbeit, ein Frisörbesuch und ein Schulbesuch. Von den letzten beiden muss ich euch noch berichten.

Einen Frisör in einem fremden Land zu finden ist ja bekanntlich nicht so leicht. Zuletzt machte ich mich in der Nachbarschaft auf den Weg und landete, wie das immer so ist, beim erstbesten Frisör in der Straße. Die Preise sind hier saftig (wie eigentlich auch für alles andere), doch der nette Herr kam mir sogar noch entgegen, sodass ich nur 25$ zahlen musste. Statt eigentlich 30$ für einen Damenschnitt (und 20$ für Herren), denn offenbar geht es nicht um die Haarlänge, sondern ums Geschlecht. Wer kann das schon ahnen.
Er dirigierte mich gleich zum Stuhl, waschen war nicht. Auch der Haarschneideprozess an sich war äußerst interessant und unglaublich unkoordiniert. Mit exakt 4 verschiedenen Haarschneidemaschinen, 2 Scheren und einem Rasierer (ja, ich habe gezählt) hantierte er an meinem Kopf herum so nach dem Motto: wer will, wer will, wer hat noch nicht? Währden er mir weißmachen wollte, wie schlecht Deutsche doch eigentlich Englisch sprechen. Nun, das Resultat ist annehmbar, wenn auch nicht ganz entsprechend meiner Vorstellungen, doch ein zweites Mal werde ich diesen Herrn wohl nicht besuchen.


Ein Schulbesuch bei der privaten katholischen Mädchenschule Loreto Kirribilli

Wer mal einen Blick auf die Schulewebseite werfen will, kann dies gerne tun: www.loreto.nsw.edu.au
Dienstag morgen machte ich mich kurz nach 7 Uhr auf den Weg nach Kirribilli, einem schicken Viertel auf der anderen Seite der Harbour Bridge, um die Loreto Kirribilli High School zu besuchen. Dies hatte mir eine Lehrerin angeboten, bei der ich an meinem ersten Unitag Englischdidaktik hatte, den Kurs aber nicht weiter besuchen konnte. Chris ist Chefin des English-Department und scheint sowieso über alles Kontrolle zu haben und hatten einen aufregenden Tag für mich in petto.
Ich durfte zunächst in einer Englisch-Stunde in der 10.Klasse hospitieren, wurde dann von Chris über das gesamte Gelände geführt, in so fast jeden Winkel, ich wurde allen Menschen vorgestellt und durfte im Lehrerzimmer jegliche Englischlehrer befragen. Dann war ich noch in einer Mathestunde hospitieren um anschließend zusammen mit Chris ein paar Vorträge zu bewerten. Es fand nämlich an dem Tag eine Prüfung für alle 9.-Klässlerinnen statt. Sie mussten eine 5-minütige Präsentation über verschiedene Perspektiven von einer Stadt halten. Wir guckten uns aus jeder Klasse eine Präsentation an und bewerteten diese zusammen - total cool.
Beim Abschied bot sie mir auch an bald mal wieder zu kommen, aber ich bin mir noch nicht sicher ob das aus Höflichkeit war oder tatsächlich ernstgemeint. Nach den Ferien vielleicht. 

Zum Abschied der Uniwoche und zum Beginn der Osterferien fand in der Uni noch die berühmtberüchtigte Toga-Party im Uni-Club statt, von der im Vorfeld schon gerüchteweise als beste Party des Jahres gesprochen wurde. Toga binden ist gar nicht so leicht, aber es war wirklich sehr einmalig.

hier kommen unsere Togas gar nicht richtig zum Ausdruck

Ich wünsche euch nun erstmal schöne Ostern und werde dann wieder berichten, wenn ich aus meinem Urlaub im Urlaub wiedergekommen bin! 
 Bis bald

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