Seiten

Sonntag, 7. Juli 2013

Westcoast: Completed!



Der Süden Westaustraliens steht im starken Kontrast zum Norden von Perth. Die Landschaft ist geprägt von Farmen und bewirtschafteten Feldern, die Dichte an Orten ist wesentlich höher und überhaupt fühlt man sich ein bisschen näher der Zivilisation. Auch die Dichte an Attraktionen ist um einiges höher, sodass es uns nicht leicht fiel zu entscheiden was wir sehen sollten und worauf wir verzichten könnten. 

Wir entschieden uns einen ersten Stopp im Küstenort Bunbury zu machen. Die Australier sind unglaublich stolz auf ihre Küste und vor allem ihre Strände, die sie einem zu jeder Jahreszeit wärmstens empfehlen. Zur jetzigen Winterszeit sind die meisten Orte allerdings recht verschlafen und touristenarm und unsere Motivation am Strand zu liegen dementsprechend niedrig. Wir besuchten auch den längsten Steg der südlichen Hemisphäre in Busselton. Fast 2km reicht der Steg aufs Meer hinaus und es gibt sogar eine kleine Bahn die die Menschen auf dem Steg hin- und herfährt. Am Ende wird die Mühe dann durch den Besuch in einem Souvenirshop belohnt – alles recht amerikanisch. 

Granitfelsen in Bunbury

Schachleuchtturm

Bunbury's Hafen

Busselton's Steg

Ein Highlight unserer Tour war dann die Region um Margaret River. Eine in ganz Australien renommierte Weinregion, die oftmals mit Weinregionen wie Bordeaux in Frankreich verglichen wird, da die klimatischen Verhältnisse recht ähnlich sind. Natürlich haben wir auch ein Weingut besucht und eine Führung mitgemacht um dann auch verschiedene Weine zu verkosten. Dabei haben wir mit vielleicht 3 oder 4 Sorten gerechnet und waren dann doch sehr überrascht, als uns insgesamt 11 verschiedene Weine eingeschenkt wurden! Da hat man mal was für sein Geld bekommen! Außerdem haben wir auch eine Schokoladenfabrik besucht (seeeehr lecker). Die Region ist zudem bekannt für ihre Höhlen (durchaus beeindruckend) und für den Süd-westlichsten Punkt Australiens am Cape Leeuwin. Hier treffen der Pazifische und der Südliche Ozean aufeinander und wenn man Glück und Ausdauer hatten (wir hatten weder noch), kann man auch Wale beobachten. 

Eingang zur 60m tief gelegenen Lake Cave

gewaltige Stalagtiten

vorm Cape Leeuwin


hier treffen die Ozeane aufeinander

in einem Kuhort

Dann verließen wir Margaret River und fuhren weiter gen Osten. Hier gibt es zahlreiche Nationalparks und unter anderen nach Pemberton in die einzige Region der Welt in der die sogenannten tingle trees wachsen. Von den Aborigines dingle dingle genannt, ist das besondere dieser Bäume, dass sie nach einer bestimmten Zeit nicht mehr in die Höhe, sondern in die Breite wachsen. In diesem Prozess stirbt das Innere des Baums ab und wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt, während die sehr dicke äußere Schicht bestehen bleibt. Im Falle eines Buschfeuers brennt dieses Innere dann oft aus ohne den Baum weiter zu beschädigen, was zu quasi ausgehöhlten Bäumen führt. Diese Höhlen können zum Teil genug Platz für ein Auto bieten. Außerdem wachsen andere Eukalyptus-Bäume, wie die Jarri und Karri Bäume hier. Einige davon wurden damals als Feuerwachtürme genutzt und man kann sie immer noch besteigen, wenn man mutig genug ist an den in den Baum geschlagenen Stangen hinaufzuklettern. Das war schon sehr, sehr aufregend und ich habe mich sogar auf einen der Bäume gewagt – die Aussicht wahr herrlich! 

einer der besteigbaren Bäume

Blick nach oben

und auf geht's!
die Aussicht lohnt sich!

und wieder runter...

ein tingle Baum mit viiiiiel Platz


Wir haben auch die Küstenstädte Denmark und Albany (wo wir doch tatsächlich einen Wal gesehen haben!) besucht bevor wir uns wieder nach Norden aufgemacht haben. Wir nahmen eine 4-stündige Fahrt zum berühmten Wave Rock auf uns und wurden nicht enttäuscht. Auch wenn der Fels, der wir eine Welle aussieht, doch erstaunlich klein ist, so ist die Natur drumherum genauso interessant. Besonders gefreut hatte ich mich auf den nahegelegenen Hippo Yawn Rock, der ein bisschen wie ein gähnendes Nilpferd aussieht. Wir wanderten auch auf den Spuren der Noongar, denen das Land gehört und besuchten Mulka Cave mit hunderten Handabdrücken und vielen interessanten Infotafeln. 
Wal-Station in Albany

der berühmt-berüchtigte Wave Rock

surfing the Wave Rock

ich kann auch gähnen, wie ein Nilpferd!

Mulkas Cave mit Handabdrücken der Aborigines

Jetzt sind wir wieder in Perth angekommen und verbringen unsere letzten Stunden hier bevor der zweite Teil der Reise beginnt! Felix, Yannick und ich fliegen nach Adelaide und treffen dort auf Inga und Kristina um die Südküste weiter zu erkunden. 

Die Zeit hier an der Westküste war wirklich einmalig! Ane hat das ganze mal aus ihrer Sicht auf Dänisch zusammengefasst:

Susi har set mange spændende ting i Australien, bl.a. kænguruer, ræve, papegøjer, delfiner og meget andet. Hun har været lidt bange for edderkopperne, men når det kom til stykket var det slet ikke så slemt. For allermest er hun skræmt af den farlige wombat. Den har dog langsomt transformeret sig til en listig slange, mens vi har været i Vestaustralien. En listig slange, der spiser hoppende bananer. Endnu værre er fnullermanden – den lever under sengen og kommer frem hvis man har været uartig. Den kan blive rigtig stor , og man skal passe på at den ikke pludselig gror ud af ens tøj. Den har endnu ikke dræbt nogle, men det vil muligvis ske snart. Så heldigvis tager hun lige om lidt til Adelaide for at køre the great ocean road.  Vejret vil forhåbentlig være godt, ellers kommer de til at fryse deres røv af. Og så vil der ikke være så meget ved et besøg i Berlin… For så vil jeg ikke længere kunne sige: Du bist ein Hosenscheißer – und das ist ganz genau! Snip, snap, snude – så er den historie ude. 

Da stimme ich einfach mal zu und wünsche gleichzeitig meinem kleinen Großcousin Moritz den allerherrlichsten allerersten Geburtstag, den man haben kann! Und stell dir vor, sogar am Wave Rock mitten im Nirgendwo habensich kleine Piraten herumgetrieben! Vielleicht kommst du ja irgendwann selbst mal hier her... Alles Gute!

 

Sonntag, 30. Juni 2013

Hit The Road, Jack!



Wenn man in Westaustralien das Landesinnere bereist, dann hat man wahrlich das Gefühl das Australien gesehen zu haben, welches von den Medien vermittelt wird: roter Sand, ein paar Büsche hier und da, Kängurus in der Ferne und unglaublich beeindruckende Sonnenuntergänge. 

Wie gesagt, hatten wir uns auf den Weg nach Tom Price, einem kleinen Ort in der Nähe des Karijini National Parks gemacht. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir an, die Touri-Information schloss gerade ihre Türen und wir suchten nach einer Unterkunft. Wie schon die gesamte Zeit über hatten wir nichts im Voraus gebucht, da die richtige Touristensaison noch nicht begonnen hat und wir uns somit sicher wägten etwas zu finden. In Tom Price wurden wir dann das erste Mal vor die Nase gestoßen. 

Hauptsächlich handelt es sich hier um eine Minenstadt, die durch das Kommen und Gehen der Minenarbeiter und gelegentlicher Touristen eigentlich immer recht voll ist. Es gab insgesamt drei Unterkunftsmöglickeiten. Ein Hotel (Einzelzimmer um die 290$), ein Hotel/Motel (Doppelzimmer etwa 280$) und ein Campingplatz wo ein Bett im Vierer-Schlafsaal 45$ kostete. Selbstverständlich stellten wir uns beim letzteren vor. Es begrüßte uns Linda, die Herrin des Platzes, mit den Worten: „Wie – ihr habt nichts gebucht? Ja, tut mir leid, wir sind voll. Und das Hotel/Motel ist auch ausgebucht.“ Damit hatten wir nicht gerechnet. Nach etlichen Vorschlägen (wir fahren ins 300km entfernte Newman und suchen da nach einer Unterkunft, wir kaufen oder mieten ein Zelt, wir schlafen im Auto, …) entschied sich Linda dann doch um und teilte uns mit, dass sie noch ein Viererzimmer für eben 45$ pro Person frei hätte! Ihr könnt euch sicherlich unsere Reaktion vorstellen die sich zwischen: Ein Glück! Was für eine Erleichterung! und Warum konnte sie das nicht gleich sagen? Wieso führt sie uns an der Nase herum? Was für Spielchen treibt sie mit uns? Bewegten. 

Wir wollten auch die nächste Nacht dort verbringen, doch konnte sie uns nur zu 99% versichern, dass das Zimmer noch frei sei. Sie erwartete eine Gruppe Arbeiter, die das Zimmer gebucht hatten 4 Tage später. Und man wüsste ja nie, vielleicht kämen sie ja früher an. Dasselbe Spielchen trieb sie auch mit uns am dritten Tag. Jeden Morgen mussten wir ausziehen um dann abends zu hoffen, dass sie uns wieder Einlass gewährt. Wir waren also etwas angespannt. Aber alles lief gut und zum Schluss war sie uns schon fast wohlgesonnen. 

Karijini war wie erwartet grandios! Den ersten Tag erkundeten wir den für uns zugänglichen Teil (also geteerte Straßen) und waren sprachlos ob der Schönheit der Schluchten, Wasserfälle und Wanderwege! Am nächsten Tag hatten wir dann eine Tagestour gebucht, die uns auch zu den Teilen des Parks brachte, der nur mit einem Allradantrieb zu erreichen sind (und es war mehr als holprig!). Mit uns auf der Tour waren noch zwei Deutsche in unserem Alter aus der Nähe von Bremen und vier Rentner aus Südaustralien, die ihr Leben auf einer Milchfarm verbracht hatten was dazu führte, dass wir nun alle ein unglaublich ausgedehntes Wissen über jegliche Prozesse der Milchverarbeitung und Kuhhaltung haben. Die Reiseleiterin war supermotiviert und unglaublich nett und der Tag wurde zum vollen Erfolg! 

Anschließend machten wir uns wieder auf den Weg nach Süden auf einem einsamen Highway. Hier gibt es wirklich nichts mehr. Die Straßen werden von sogenannten Roadtrains dominiert. Das sind sehr lange LKW (bis zu vier Wagen),  die Frachten durchs Land transportieren. Ansonsten gibt es hier vielleicht alle 300km mal ein kleines Roadhouse oder einen kleinen Ort – sonst nichts, was an Zivilisation erinnert. Ab und zu wechselt die Landschaft von hohen zu niedrigen Büschen, zu verbrannten Streifen und Graslandschaft und überall dominiert die rote Erde.. Hier gibt es deutlich weniger tote Tiere am Straßenrand, aber das kann auch daran liegen, dass hier deutlich weniger Fahrzeuge langfahren und die meisten, wie wir, nur im Hellen unterwegs sind. 2 komplette Tage fuhren wir durchs wundervolle Nichts bevor uns auf einmal mit voller Wucht die Zivilisation traf. Autos, Menschen, Häuser – das alles wirkte plötzlich recht unwirklich. 

Aber wir haben es geschafft. Wir sind jetzt im Süden Perth’s und haben die Nacht in Bunbury verbracht. Ab heute geht es weiter nach Süden in die Weinregion Margaret River und in einem Loop wieder zurück nach Perth. Von dort werde ich euch dann das nächste Mal berichten!


Hoch in den schönen Norden



Dass in Australien nicht immer die Sonne scheint haben wir nun auch zu spüren bekommen. Heute ist schon der zweite ekelige Tag in Folge und es ist keine Besserung in Sicht. Bei tief hängenden Wolken und ununterbrochenen Regenfällen macht das Reisen dann doch nicht mehr so viel Spaß. Vor allem, wenn man statt drinnen zu sitzen oder im Auto zu fahren auch am Strand liegen und Schnorcheln könnte. Aber man kann eben nicht alles haben. Und wir machen natürlich das Beste draus! 

In meinen letzten Eintrag habe ich vom Highway 1 auf dem Weg nach Denham berichtet. Dort sind wir dann zum Glück auch heil angekommen, was nicht so ganz selbstverständlich ist. Kurz nach uns trafen zwei Jungs ein, ihre Auto auf einem Abschleppwagen. Sie hatten ein Känguru getroffen und das Auto war nun unbrauchbar (den beiden war aber glücklicherweise nichts geschehen). Eins der größten Ziele in der Nähe von Denham war Monkey Mia, ein Ort in dem täglich morgens Delfine gefüttert werden. Auch wenn wir früh aufstehen mussten – es hat sich gelohnt! Wir sahen viele Delfine und sogar eine Schildkröte! 
Streicheln verboten!

ein Delfin

und die Schildkröte!

Dann begaben wir uns auf die Suche nach einem Wanderweg und fanden die Little Lagoon – eine kleine hellblaue Lagune mitten in der Landschaft. Bis zu 3m tief und bewohnt vom nicht ganz ungefährlichen Stonefisch (was in Australien ist denn auch ungefährlich…). Der Stonefisch, nur zu eurer Information, tarnt sich als Stein, hat aber viele spitze Stacheln die sich dem unbedachten Strandwanderer in die Fußunterseite bohren können. Kein schöner Gedanke. Wir beschlossen die Lagune einmal zu umlaufen (etwa 3km). Doch Lagunen haben es so an sich, eine Verbindung zum Meer aufzuweisen. Und diese ist durchaus auch mit Wasser gefüllt. Nachdem wir also den ganzen Arm bis an die Küste entlangliefen und nirgendwo eine Art Landbrücke entdeckten beschlossen wir es mit dem Stonefisch aufzunehmen und die Lagune zu Fuß zu durchqueren. Tatsächlich haben wir es alles heil bis ans andere Ufer geschafft, wenn auch etwas nasser als erwartet und etwas länger als erwartet – wir sind sicherlich die doppelte Strecke gelaufen!



waten durch Wasser (es wurde noch deutlich tiefer!)
In Denham bin ich auch das erste Mal so richtig im Pazifik plantschen gegangen (kalt und salzig, wie zu erwarten war). Wir haben mal wieder ein paar Orte unterwegs besucht von denen mich besonders der sogenannte Shell Beach beeindruckte. Wie der (mal wieder überaus kreative) Name schon sagt, handelt es sich dabei um einen Strand voller kleiner Muscheln! Überall! Und immer die gleichen! Wahrlich einmalig.
Wir schlängelten uns weiter nach Norden um schließlich erst in Coral Bay und heute dann auch in Exmouth zu übernachten – und wo sich gleichzeitig auch die Sonne verabschiedete. In Coral Bay hat uns das nicht vom Baden abgehalten – aber viel toller noch haben wir dort zu dritt eine enorme Sandburg errichtet. Eine Sandstadt besser gesagt! Das hat auch mehrere Stunden in Anspruch genommen bevor wir dann vor dem Regen flüchten mussten.  


shell Beach

Muscheln überall

Dünenwanderung in Exmouth


die Master der Stadtplanung

unsere bescheidene Festung

mit Hafen

Schafen, Windmühle und Galgen

Morgen machen wir uns auf den Weg nach Osten ins Landesinnere. Dort befindet sich West-Australiens Zweitgrößter Nationalpark. Karijini National Park soll einer der schönsten und beeindruckendsten Parks in Australien sein! Drückt die Daumen, dass sich das Wetter wieder bessert.